Wir danken den folgenden Teilnehmern an unserem High School Programm dafür, dass sie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit uns teilen:

Katharina Kopp - Sunshine Coast - 2008/2009
Malena Heckmann - Gold Coast - 2009

Antonia Schneeberger - Brisbane - 2008/2009

Lisa Zollitsch - Adelaide - 2008/2009
Elena Günther - Hervey Bay - 2009

Katharina Kopp - Sunshine Coast - 2008/2009
13. Januar 2009
Nachdem ich jetzt hier in Australien schon einen Monat bin, wollte ich mich mal melden. Mir geht es hier ganz gut. Mit meiner Gastfamilie bin ich ganz glücklich und meine Gastmutter will auch so viel mit mir unternehmen. Die Schule ist im Gegensatz zu deutschen Schulen, ziemlich leicht und unanspruchsvoll.
Am Anfang war es ziemlich schwer, die Leute beim Sprechen zu verstehen, da sie alle sehr schnell und leise reden. Man hört sich aber nach und nach rein und es klappt schon viel besser. Da ich die einigste Austauschschülerin in Klasse 10 bin und ich dadurch in der Schule nicht sehr viel Kontakt mit Internationalen habe, habe ich ein paar australische Freunde kennen gelernt. Die deutschen 12.-Klässler, bei denen sehr viele Internationalen sind, haben glaube ich eher weniger mit Australiern zu tun.Hier bin ich relativ viel am Strand oder einkaufen, (es ist ja so billig) und Surfen lerne ich auch (ich liebe es). Heimweh, hab ich zum Glück noch nicht richtig. Sonst ist hier alles gut, die Leute, (auch Fremde) sind alle hilfsbereit und freundlich und man fühlt sich richtig wohl. (nach oben)

Malena Heckmann - Gold Coast - 2009
G’Day Mate =)!
Mein Aufenthalt in Australien ist bald schon wieder um. Ich kann es gar nicht fassen, dass ich dann 6 Monate hier an der Gold Coast war. Ich habe einfach zu viel erlebt in der kurzen Zeit und so viele Erfahrungen gesammelt, dass die Zeit einfach verflogen ist.
Am Anfang war alles ziemlich schwer. Neue Familie, Schule, Freunde - einfach alles war neu, und man musste sich daran gewöhnen. Aber deine Gastfamilie hilft dir bei allem und probiert, so oft wie möglich, für dich da zu sein. Auch dein Homestay Coordinator ist immer für dich da und hilft dir, wenn du mit etwas nicht klar kommst.

Gastfamilie: Ich habe zwei kleine Gastschwestern (5 und 10 Jahre alt). Die Familie ist mit das wichtigste an dem ganzen Austausch, und ich bin so froh, dass ich eine so tolle Familie bekommen habe. Du verbringst fast die ganze Zeit mit ihnen, vor allem am Anfang, wenn du noch nicht wirklich Freunde hast und nicht weißt was du machen sollst. Bis heute machen meine Gastfamilie und ich fast immer sonntags etwas gemeinsam. Wir fahren entweder in einen Freizeitpark, an den Strand und haben ein Barbecue oder besichtigen etwas. Auf jeden Fall haben wir immer Spaß. Wenn wir nur zu Hause sind spiele ich etwas mit meinen „Kleinen“ oder schwimme im Pool.

Schule: Ich habe eine Schule gewählt, an der nicht so viele international students sind. Das würde ich jedem empfehlen, da man sonst nur mit ihnen rumhängt. Das ist zwar viel bequemer, aber ja nicht Sinn der Aktion. Am Anfang hast du wahrscheinlich noch nicht so ganz den Überblick über alles. Erstmal die Klassenräume zu finden war bei mir schon ein größeres Thema, da wir ein riesiges Schulgelände haben, auf dem nicht nur ein riesiges Gebäude mit verschieden Klassenräumen steht, sondern ganz viele verschiedene Gebäude. Sie sind nach den Fächer (Thechnology, Drama, International, Maths,…) benannt. Man rennt also am Anfang mehr oder weniger planlos mit Lageplan durch die Gegend. Dann noch eine andere Sprache. Gerade in Mathe hatte ich am Anfang Schwierigkeiten. Aber die Lehrer probieren dir immer zu helfen und setzen sich auch mal einen "lunch" lang mit dir hin und beantworten dir die Fragen.
Ich habe Maths B, English Communication, Biology, Design, Photography und Tennis gewählt. Relativ leichte Fächer sind Design, Photography und Tennis. Aber ich würde sie immer wieder wählen, da sie in Deutschland einfach nicht an unseren Schulen angeboten werden.
In Mathe schreibt man pro Term zwei Exams und sonst "nur" Assessments (Hausarbeiten). Leider ist Mathe relativ schwierig, da hier einfach anders unterrichtet wird. Ich hatte mir aber in den Kopf gesetzt es zu schaffen, um hinterher in Deutschland weniger Schwierigkeiten zu haben. Mir ist es mehr oder weniger gelungen, und selbst wenn ich vielleicht hier durchfalle bringt es mir mehr oder weniger etwas für Deutschland. In Biologie musste ich insgesamt 2 assesments abgeben. Das war jedes mal sehr viel Arbeit, obwohl man immer mehrere Wochen Zeit bekommen hat. Trotzdem hat es Spaß gemacht, weil man ein Thema komplett allein bearbeitet hat. (Tipp: Fang direkt an, sonst wird’s eng). Auch in Englisch haben wir 2 assessments gehabt und 3 speeches. Davor musst du aber keine Angst haben, da eine speech quasi nur vorlesen eines erarbeiteten Themas ist. In Design machen wir die ganze Zeit etwas am PC mit Photoshop. Naja, es gibt spannenderes. 2 mal pro Woche gehe ich Tennis spielen und 1 mal haben wir Theorie.
Die Lehrer sind eigentlich relativ locker, vor allem zu dir, da du ein international student bist. Sie können aber auch ganz schnell ernst werden, wenn es zum Beispiel um die Schuluniform geht. Man hat eine "formal uniform", die immer an assemblies getragen werden muss und eine "sport uniform", die viel bequemer ist, und man so ziemlich jeden Tag trägt. Beide Uniformen muss man so tragen wie es vorgeschrieben ist.

Freunde: Freunde findest du vor allem in der Schule. Am Anfang ist es schwer, aber sei einfach offen. Geh auf die Leute zu, die dir spontan sympathisch sind und „laber“ sie einfach voll. Zunächst bekommst du von der Schule einen buddy, der dir hilft zu den Klassen zu finden und mit dem du die ersten Male deinen lunch verbringst. Wenn du dann nette Leute kennen gelernt hast (aus deinen Klassen) sitzt du dann vielleicht mit denen beim lunch. Die ersten Wochen wusste ich nicht wirklich, was ich an meinem Tisch sagen soll. Manchmal wurde ich Sachen gefragt, aber im Großen und Ganzen hab ich mich wie ein „loser“ gefühlt. Kein Freunde, das kannte ich überhaupt nicht aus Deutschland. Aber nach einer gewissen Zeit weißt du die Themen, und du kannst mitreden. (Tipp: Frag immer mal nach wenn du was nicht verstehst. So fällt es dir leichter in die Gesprächsthemen hineinzukommen.)
Wenn du dann Freunde hast, triffst du dich höchstens am Wochenende mit ihnen. Unter der Woche machen, zumindest meine Freunde nicht wirklich viel, da die Schule ja auch bis 5 vor 3 geht. Für Gruppenarbeiten trifft man sich manchmal bei jemandem und macht die Aufgaben. Am Wochenende geht man dann an den Strand, in eine größere Mall oder ins Kino. Vor allem wenn du mit verschiedenen Leuten befreundet bist, kann dir gar nicht langweilig werden, da jeder mal was anderes macht.

Freizeit: Unter der Woche spiele ich 2 mal Tennis in einem Verein oder gehe mit Freunden in die Mall essen oder shoppen. Am Wochende geht man entweder auf Parties, wieder in die Mall (es gibt einfach so tolle Shops hier :-)), ins Kino, an den Strand oder man unternimmt etwas mit der Gastfamilie. Meine Lieblingsaktivität hier ist definitv surfen. Ich hatte zwar erst 2 surf lessons, aber die waren einfach schon super genial, da ich schon bei meiner ersten Surfstunde gestanden habe. Zwar war es nur eine mini Welle die schon gebrochen war, aber ich war einfach so stolz auf mich, dass ich direkt jedem mein Bild geschickt habe.(Mein Tipp: die 1. Stunde eine Einzelstunde nehmen, man kapiert es einfach schneller) Sowieso sind der Strand und das Meer an der Gold Coast einfach traumhaft. Blaues Meer mit großen Wellen und schöner Strand. Für mich ist es immer noch wie im Urlaub und wird es auch immer sein!

Outback Tour: EIN MUST !! Ich habe so viel erlebt und gesehen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Aber irgendwo muss ich ja mal anfangen. Eins der Highlights: der Ayers Rock (Uluru). Der riesengroße rote Berg im Nirgendwo. Wir sind einen Morgen um 4:30 aufgestanden und haben ihn umlaufen (9 km in ungefähr 3 1/2 Stunden). Nach dem ersten Supereindruck wird der Uluru auf Dauer langweilig. Er ist halt doch nur ein roter Berg. Da fand ich "The Olgas" (Kata Tjuta) schon interessanter. Mehrer kleine Berge, die zusammen wie Kegel oder so aussehen und natürlich auch wieder rot sind. Das Beste von allem ist der "Kings Canyon". Er ist zwar auch mehr oder weniger nur ein Berg mit extrem steilen Abhängen, aber diese sind nicht gesichert und man könnte locker mehrere Meter runterfallen. Die verschiedenen roten Farben des Berges und das eiskalte Wasserloch (in dem wir auch waren) waren einfach total toll.

Die täglichen Dinge einer Outback-Tour: Fast jeden Abend haben wir unser Camp aufgebaut. Immer irgendwo, wo wahrscheinlich noch nie jemand vorher geschlafen hat. Dann haben wir Holz fürs Lagerfeuer gesucht. Einfach irgendwo in der Wildnis. Und dann das Beste: Einfach unter freiem Sternenhimmel schlafen ohne irgendein Zelt oder etwas ähnlichem. Nur in einem swag (Spezialschlafsack, der gestellt wird). Man bekommt am 1. Tag noch den Hinweis die Sachen, Schuhe usw. mit in den swag zu nehmen, da die Dingos sie sonst nachts klauen. Man glaubt es nicht, ich habe trotzdem super geschlafen. Am Morgen ging es dann immer relativ früh raus, wobei das frühste Aufstehen 4:30 war um den Sonnenaufgang am Uluru zu sehen. Man muss zu den Nächten noch wissen, dass wir weder eine Dusche noch ein Klo hatten, nur relativ niedrige Büsche. Also zwischen 4 und 6 war dann immer das letzte Klo und ansonsten halt hinterm Busch. Eine Dusche hatten wir dann auch nur da, wo wir dann richtig mal Rast gemacht haben, z.B. auf einem Camping Platz oder auf einer Ranch. Das hört sich jetzt wahrscheinlich ziemlich schrecklich an, aber war es eigentlich gar nicht :-) Ist einfach nur anders.
(Mein Tipp: diese Tour bei diesem Veranstalter unbedingt rechtzeitig buchen).
Ich hoffe, ich konnte dir viele deiner Fragen beantworten, und du machst auch einen Austausch nach Australien oder in ein anderes Land, da es einfach super gut für dich sein wird. Ich merke, dass ich viel selbstständiger geworden bin, mir mehr zutraue und mehr Sachen schätzen kann.
Alles in allem: My stay was just bloody awesome and I would love to do it again.
Cheers, Malena
(nach oben)

Antonia Schneeberger - Brisbane - 2008/2009
21. Februar 2009
Jetzt ist mein erster Monat hier vorbei und ich dachte es wäre mal an der Zeit, dass ich mich melde. Bis jetzt ist eigentlich alles sehr positiv gelaufen, nachdem ich bei meiner Gastfamilie ab-geliefert worden bin, haben die mich gleich total lieb und nett aufgenommen und nachdem sie meine Geschenke aufgemacht haben, gab es erstmal Frühstück und ich wurde gleich in alles mit einbezogen.
Der erste Tag ging dann mit einem Mittagsschlaf, auspacken und so weiter recht schnell vorbei und die nächsten zwei Tage haben mich meine Gasteltern mit Ausflügen beschäftigt. Nach Dreamworld (ein riesiger Freizeitpark) und am Australia Day zum Barbecue und baden an die Gold Coast. Dann war auch schon mein erster Schultag und auch da wurde sich super um mich gekümmert. Wir haben hier als Internationals zwei Betreuer extra für uns und einen eigenen Raum mit Kühlschrank, Mikrowelle und Toaster. Am Anfang ist dieser Raum schon recht praktisch, wenn man mal nicht weiß wo man hin soll und mit wem man in der Pause was machen soll, aber er verlockt natürlich auch dazu, nur was mit den Leuten dort zu machen. Am Anfang war es schon schwierig Freunde zu finden, oder Leute mit denen man etwas macht. Ich glaube, man muss da einfach geduldig sein, das ergibt sich schon alles. Inzwischen habe ich so eine Gruppe von Leuten, mit denen ich die meiste Zeit zusammen bin. Als sich dann langsam so ein Alltagsgefühl eingestellt hat, kam dann auch das Heimweh nach Familie und Freunden und ich habe auch jetzt manchmal noch so "Heimwehattacken". Aber mit Ablenkung lässt sich das überwinden. Mit meiner Gastfamilie läuft bis jetzt alles recht gut. Wir sind inzwischen in ein größeres Haus umgezogen. Meine Gastmutter ist eine Tagesmutter und da braucht sie einfach mehr Platz. Seit wir umgezogen sind herrschen ein bisschen strengere Regeln für mich. Sonst geht es mir eigentlich echt gut, ich habe schon die Stadt erkundet und auch einen Hockeyclub gefunden, der gleich bei meiner Schule ist. Es sind wirklich nur fünf Minuten zu laufen, echt praktisch. Um eine Reise bevor ich wieder nach Hause fliege, habe ich mich auch gekümmert. Ich werde einen Trip nach Cairns machen. Da freue ich mich jetzt schon ganz arg, obwohl es noch vier Monate sind bis es losgeht. (nach oben)

Lisa Zollitsch - Adelaide - 2008/2009
14. März 2009
Mir geht es hier in Australien super gut, auch wenn ich die erste Heimwehwelle schon hinter mir habe.
Ich bin so froh, dass ich mich für dieses Auslandsjahr ent-schieden habe und Australien ist genau das Richtige für mich! Das Meer und das Wetter helfen da natürlich mit. Ich kann nur wirklich jedem empfehlen sich nicht selbst zu bemitleiden, sondern zu versuchen jeden Tag zu erleben und nicht nur zu leben. Wenn man das versucht, eröffnen sich einem viel mehr Möglichkeiten und der Spaß verzehnfacht sich. Natürlich ist es am einfachsten, wenn man Sport macht und die Sportler sind auch die, die als erstes mit einem so richtig in Kontakt treten und dich kennenlernen wollen. Also Sport machen!!! Für mich hat es sich gelohnt! (nach oben)

Elena Günther - Hervey Bay - 2009
Ich bin Elena Günther, 17 Jahre alt, und bin zurzeit für einen High School Aufenthalt in Australien, Queensland, Hervey Bay. In diesem Bericht möchte ich von diesem halben Jahr erzählen - ein halbes Jahr voller neuer Entdeckungen, Entwicklungen und Begegnungen, die mich und mein Leben für immer begleiten werden.
Alles begann damit, dass ich durch Zufall auf eine der vielen Internetseiten für High School Aufenthalte kam. Ich hatte schon immer die Leute bewundert, die den Mut hatten, Deutschland zu verlassen und für ein paar Monate in ein fremdes Land zu gehen und dort die Schule zu besuchen. Die nächsten Tage spielte ich immer wieder mit dem Gedanken, auch für ein paar Monate ins Ausland zu gehen, aber ich war mir noch nicht sicher, ob ich wirklich den Mut dazu hätte.
Dann genau 4 Monate vor meiner Abreise, nach vielen Überlegungen, Gesprächen mit meiner Familie und Freunden und dem Lesen vieler Erfahrungsberichte hatte ich mich endgültig dazu entschieden, ein ¼ Jahr in Australien zu leben und zur Schule zu gehen. Meine Entscheidung war jedoch ziemlich kurzfristig, sodass ich mich am Tag des Bewerbungsschlusses meiner Organisation TREFF – International Education e.V angemeldet hatte und mein Interview auch schon einige Wochen später folgte. Auch wenn ich ein wenig aufgeregt war, verlief alles super und ich wurde aufgenommen.
Nun stand meinem Traum – 3 Monate Australien nichts mehr im Wege. Für mich war von Anfang klar, dass mein Austauschland Australien sein sollte, denn spätestens nachdem wir in Englisch/Erdkunde über Australien gesprochen hatten und den Erzählungen vieler Leute, reizte es mich total in das so weit entfernte Land zu reisen. Ich durfte mir dann den Staat und die High School aussuchen, und meine Wahl war die Urangan State High School in Hervey Bay (im Süd-Osten von Queensland). Gründe für meine Wahl waren unter Anderem die Nähe zu den größten Sandinseln der Welt – die Fraser Islands, die geringe Zahl an Austauschschülern an der Schule, und die Auswahl an Schulfächern (vor allem Gastronomie und Marine Studies).
Nach vielen Vorbereitungen (Visumsbeschaffung, Vorbereitungstreffen, Buchung der Flugtickets, welches allerdings alles meine Organisation für mich erledigte) rückte der Tag der Abfahrt immer näher und damit stieg auch meine Nervosität und Vorfreude, auch wenn ich mich manchmal noch gefragt habe, ob es wirklich die richtige Entscheidung war.
Am 22.01.2009 war es dann soweit und als mich meine Familie mit meinen 2 besten Freundinnen Stefanie und Anna zum Flughafen begleiteten, wurde mir langsam bewusst was und vor allem wen ich hinter mir ließ. Nach einem tränenreichen und schweren Abschied stieg ich dann mit ca. 20 anderen Austauschschülern in den Flieger. Meine Reise nach Australien, in ein neues Leben mit einer neuen Familie, neuen Freunden, einer neuen Schule und natürlich einer fremden Umgebung, stand unmittelbar bevor. 12 Stunden nach Singapur, 4 Stunden Aufenthalt dort, 9 Stunden nach Brisbane und zum guten Schluss noch einmal 1 Stunden nach Hervey Bay und dann der große Moment -das erste Treffen zwischen mir und meiner Gastfamilie. Das heißt, meine Gastmutter Liz (49), mein Gastvater Glenn (48), und meine 3 Gastschwestern Hannah (20), Emma (18) und Rachel (11). Komischerweise war ich gar nicht so aufgeregt, sie zu treffen, da wir schon vorher viel Emailkontakt hatten und sie sehr nett schienen und sicherlich auch meine Müdigkeit dazu führte, dass ich es noch gar nicht realisierte nun in Australien zu sein. Als ich dann das erste Mal das Haus meiner Gastfamilie gesehen hatte, war es noch sehr sehr ungewohnt und gewöhnungsbedürftig für mich, da meine Gastfamilie in einem typischen „Queensländer“ Haus wohnt. Das heißt, alles komplett aus Holz, nur eine Etage und generell eng und sehr unordentlich.
Aber ich wollte diesem Austausch nicht kritisch gegenüber stehen, sondern mich einfach offen und zuversichtlich auf diese Erfahrung einlassen.
Schnell stellte sich heraus, dass meine Gastfamilie die wahrscheinlich netteste und lustigste Familie war, die ich hätte bekommen können, deswegen hab ich mich auch schon nach wenigen Tagen eingelebt und nach ein paar Wochen wie ein richtiges Familienmitglied gefühlt. Außerdem habe ich gemerkt, dass generell die meisten Häuser nicht so sind wie in Europa und die meisten Australier nicht so den Wert auf z.B. Einrichtung, Sauberkeit oder Ordnung legen, aber das hat auch seine Vorteile, denn so haben sie mehr Zeit das sehr entspannte und lockere Leben am Strand zu genießen.
Nach nur wenigen Tagen fing auch schon die Schule an und ich war sehr gespannt, wie die australische Schule und natürlich auch die Schüler und Lehrer sind. Neben klassischen Fächern wie Mathematik, Englisch oder Moderne Geschichte, gibt es auch Fächer wie zum Beispiel Tanz, Tourismus, Gastronomie, Handwerk, Marinestudies u.s.w
In meinem Fall hab ich mich für Englisch, Mathe B (es gibt verschieden Mathematiklevel, A,B und C, wobei A das leichteste ist und C das schwierigste), Biologie, Marine Studies (wo man z.B über das Great Barrier Reef oder Schnorcheln gesprochen hat), HPE (vergleichbar mit dem Schulfach „Sport“ in Deutschland, jedoch spezialisiert für australische Sportarten), und Gastronomie. Meine Lieblingsfächer waren Marine Studies, da wir jede Woche 2 Mal Schnorcheln gegangen sind und zum Anderen Gastronomie, weil mich dieser Bereich sehr interessiert, ich in der Zukunft das Restaurant von meinen Eltern übernehmen möchte, ich so viel über die Gastronomie lerne und wir jede Woche kochen.
Die Lehrer an meiner Schule sind sehr locker, hilfsbereit, versuchen einem immer zu helfen und die meisten von ihnen sind sehr jung. Das Schulsystem in Australien ist auch ganz anders. Man geht zuerst 7 Jahre in die Primary School (vergleichbar mit unserer Grundschule). Es gibt nicht verschiedene Schulen wie Realschule, Hauptschule und Gymnasium, sodass alle nach der Primary School auf die High School gehen, wobei es in verschiedenen Fächern verschieden Schwierigkeitslevel gibt. Die High School geht nur bis Stufe 12, das heißt, man beendet die Schule mit 17 Jahren. Und natürlich gehört auch die traditionelle Schuluniform dazu, welche an meiner Schule aber ziemlich gut aussieht, ein weißes Poloshirt mit dem Schullogo und ein rot, weiß, grauer, kurzer Rock im Schottenmuster.
Allerdings muss ich auch sagen, dass es gar nicht so einfach war, am Anfang Anschluss zu finden. Die meisten Schüler an meiner Schule waren es schon gewöhnt, Austauschschüler zu haben und so waren wir nichts Besonderes mehr. Nach ein paar Wochen hatte ich jedoch zum Glück Anschluss gefunden. Man muss einfach versuchen offen auf die Leute zuzugehen und nicht zu erwarten, dass sie immer den ersten Schritt machen.
Am Wochenende sind wir oft shoppen oder ins Kino gegangen und natürlich auch an den Strand, wobei fast alle arbeiten oder eine Lehre neben der Schule machen.
Schon nach den ersten Wochen hatte ich gemerkt, dass 3 Monate einfach viel zu kurz sind um das richtige Leben hier kennenzulernen, sodass ich mich entschloss, für weitere 3 Monate zu verlängern. Jetzt bin ich sehr froh darüber, dass ich verlängert habe, da man sich nach 3
Monaten gerade komplett eingelebt hat und einen Freundeskreis aufgebaut hat und man anfängt, den australischen Lifestyle richtig zu leben.

Ich persönlich genieße das Leben hier sehr, da es einfach total anders ist als in Deutschland, nicht so stressig und einfach viel lockerer. So spielt auch Aussehen und Auftreten im Alltag nicht so eine große Rolle, sodass man auch öfters mal Leute im Schlafanzug oder Hausschuhen im Supermarkt begegnet. Die meisten Australier haben außerdem eine „no-worries“ – Einstellung haben, was man auch in fast jedem Satz hören kann „No worries mate“. Das heißt, sie machen sich einfach nicht so schnell Sorgen. Wenn etwas heute nicht klappt, dann klappt es eben später. Die Australier im Allgemeinen sind fast alle sehr nett und gastfreundlich. Sobald ich irgendwem erzähle, dass ich von einem anderen Land komme, sind sie sehr aufgeschlossen und „löchern“ mich mit Fragen.
Des Weiteren sind die Australier außergewöhnlich hilfsbereit, so war ich zum Beispiel
in Sydney und schaute für ca. 1 Minute auf meinem Stadtplan, und direkt kamen Leute und haben mich gefragt, ob sie mir weiterhelfen können, und das ist mir nicht nur einmal passiert.
Auch das australische Essen ist natürlich ganz anders, als ich es gewöhnt war. Vieles kommt aus dem asiatischen Raum, aber es gibt auch ganz typische Nationalgerichte wie Pasties und Pies (gebackene Teigtaschen mit verschieden Füllungen), Vegemite (konzentrierter, salziger Hefeextrakt, was man auf Toast schmiert und alles Australier lieben) oder den typischen Lamington (Kuchen, bedeckt mit Schokolade und Kokosnussstreuseln) .

Zum Glück konnte ich auch einiges von Australien sehen, denn ich hatte jeden Freitag frei um zu „lernen“. So war ich mit einer Freundin, für ein Wochenende in Sydney, ein anderes Wochenende habe ich eine Freundin an der Sunshine Coast besucht, wo wir dann auch nach Brisbane gefahren sind. Vor ein paar Wochen bin ich zu den Lady Elliot Islands (Great Barrier Reef) gefahren und natürlich waren wir alle auch auf den wunderschönen Fraser Islands.
Der Höhepunkt bis jetzt, war jedoch die Outbacktour, die ich in den Termferien gemacht habe. Die atemberaubende Landschaft und allgemein unsere ganze Gruppe (25 Austauschschüler von ganz Australien), waren ein unvergessliches Erlebnis. Zum Abschluss werde ich dank meiner Gastschwester Hannah in meiner letzten Woche zu den Fidschiinseln fahren.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich meinen Eltern sehr dankbar bin, dass sie mir den Aufenthalt ermöglicht haben, da das letzte halbe Jahr die beste Entscheidung meines Lebens war, auch wenn ich meine Familie und Freunde sehr vermisse und man sich am Anfang doch sehr an alles gewöhnen musste. Ich würde es jeder Zeit wieder tun und es jedem empfehlen, da es hilft, selbstständiger, unabhängiger und offener zu werden, denn alles was man in dieser Zeit lernt und erlebt, kann einem niemand mehr nehmen. Ich werde sehr traurig sein, in 3 Wochen meine zweite Heimat, meine Gastfamilie und Freunde zu verlassen, denn hier kann ich auf so viele schöne und lustige Moment zurückschauen, an die ich mich mein ganzes Leben lang dran erinnern werde. (nach oben)